DIRECTIONS OF DIGITAL ART
Forum – ARCO‘06
DIGITAL TRANSIT
An Exhibition of
Ars Electronica and MediaLabMadrid
 
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AUSSTELLUNG
"DIGITAL TRANSIT"

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FORUM
"DIRECTIONS OF DIGITAL ART"

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collaborators
Ars Electronica Stadt Linz Bundeskanzleramt Kunst Media Lab Madrid Austria at Arco Madrid Conde Duque
 

Vorträge des Tages


Teilnehmer

Jonah Brucker-Cohen (IRL/US)

Zugriff auf bestehende Systeme, deren Verwertung und Umwidmung zu eigenen Zwecken, das Subvertieren technologischer Strukturen, Dekonstruktion und Aufbau alternativer Plattformen sind seit den 1960er Jahren Leitmotive der Medienkunst.
Jonah Brucker-Cohen illustrierte durch Beispiele Strategien der subversiven Aneignung kommerziell etablierter Systeme und Datenbanken – etwa Google - und verwies auf die Sub- und Popkultur als stärkste innovative Kraft im technologischen Kontext.

Für die Zukunft der digitalen Kunst macht Brucker-Cohen insbesondere zwei Trends namhaft: Die Installierung offener Systeme, in denen sich die Möglichkeit der Co-Kreation von Künstler und Publikum verwirkliche, und die Öffnung bestehender Plattformen in der (erweiterten) Tradition des Hacking und der Kommunikationsguerilla. Gemeint sind damit weniger aktivistische Attacken als diverse kollaborative Onlinekunstpraktiken zur Aneignung einer kritischen Medienkompetenz, die es zulässt, die Mechanismen von Medien und Technologien zu durchschauen.

Researcher, artist, PH.D candidate, and HEA MMRP fellow in the Disruptive Design Team of the Networking and Telecommunications Research Group (NTRG), Trinity College Dublin. He was a Research Fellow in the Human Connectedness Group at Media Lab Europe and received a Masters from the Interactive Telecommunications Program at NYU. His work focuses on projects that attempt to challenge and subvert accepted perceptions of network interaction and experience.

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Jonah Brucker-Cohen (IRL/US)

VALIE EXPORT (AT)

Combined Images / Combined Medias
Künstlerische Intermedialität stellt nach Valie Export die Frage nach der Macht, nach der Erweiterung des Bildbegriffes und der Interkommunikation zwischen den Disziplinen. Als eine kombinatorische Methode, Beziehungen zu schaffen und zu formalisieren, habe Medienkunst gewissermaßen investigative beziehungsweise Erkenntnis fördernde Eigenschaften. "Für das künstlerische Gestalten mit Medien ist die Interferenz mehrerer Medien die visuel-aditive Matrix."
Diese Interferenz ortet Valie Export auch in den Tranzsformationsprozessen, denen sich das - seit jeher mit machtpolitischen Vorstellungen verknüpfte und im Topos des Körpers begriffene - Menschenbild unterworfen sieht.
Jetzt, da alles und jeder mit allem in Verbindung trete, entwickle sich der solcherart vernetzte Körper zu einem "Hypertext", in dem sich auch politische Macht entsprechend neu formiere. Aber nicht nur das (Ab-)Bild des Körpers erfahre Bedrohung, sondern auch das Bild, die Vorstellung von seiner materiellen Existenz werde durch Transformation verunsichert.
Medientechnologie schaffe einen "erweiterten Modellraum der Zeichen", des im Hinblick auf solche Transformationsprozesse relevanten Realismus.

"Diese künstlerischen Ausdrucksformern", meint Valie Export, "führen auch zu soziopolitischen, soziokulturellen Veränderungen, die in den nächsten Jahren eine wichtige Bedeutung erfahren." Denn vor allen seien analytisches Verhalten, analytische Kraft wichtige Punkte im soziopolitischen Diskurs, in der soziopolitischen Energie. Institutionalisierte Machtmythologien dominieren Interferenzen im politischen Raum, und es gilt durch Widerstand und der Frage nach dem Kontext der Wirklichkeit dem zu entgegnen.

Media and performance artist, filmmaker; the artistic work she has done since the 1960s includes video environments, digital photography, installations, body performances, feature films, experimental and documentary films, expanded cinema, conceptual photography, body-material interactions, persona performances, laser installations, drawings, objects, sculpture and publications.

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VALIE EXPORT (AT)

Heidi Grundmann (AT)

Heidi Grundmann zog über einen Rückblick auf Entwicklung der Radiokunst eine Traditionslinie zu aktuellen Formen der Telekommunikationskunst. Einmal mehr wurde dabei der gesellschaftspolitische Ehrgeiz deutlich, durch künstlerische Interventionen in massenmediale Inhalte oder deren Strukturen der Demokratisierung einer mediatisierten Gesellschaft zuzuarbeiten: Nutzung der Infrastruktur öffentlicher Radio-Stationen und künstlerischer "Missbrauch" zu dem Zweck, Hörer nicht nur zu informieren (und dadurch in ein Format zu bringen), sondern auf eine Weise zu involvieren, die Reaktion ermöglicht; Gegenentwürfe zu Informationsmonopolen durch reversible Kanäle; Horizontalisierung der von zentralen Institutionen verwalteten und genutzten Systeme hin zu "Massenmedien" im eigentlichen Wortsinn.

Sieht man von expliziten Bezugnahmen auf Brechts "Radiotheorie" ab, wie es die Erweiterung oder Auflösung des unilinearen Sender-Empfänger-Verhältnisses nahegelegt hat, so ist die theoretische Zuordnung solcher Strategien wohl bei Umberto Eco zu suchen, der (in "Das offene Kunstwerk") die Kunst als Modell für eine Alternative zur Fremdbestimmtheit durch die Wirkungsmacht der Medien herausstreicht. (McLuhan, der in diesem Zusammenhang vielfach genannt wird, fokussierte vornehmlich die Machbarkeit künstlerischer Ideen durch medientechnische Entwicklungen.)

Die Idee des künstlerischen "Missbrauchs" als emanzipatorisches, gesellschaftspolitisch motiviertes Anliegen der Medienkunst, der Verschaltung privater mit öffentlichen Einrichtungen und kooperierender Künste und KünstlerInnen wurde in ihren Gründzügen als eines der prägendsten Wesensmerkmale der Medienkunst im Verlauf des Symposions noch mehrmals bestätigt.

Cultural journalist, critic, editor and producer, founder of the weekly radio program "Kunstradio – Radiokunst" at the Austrian Broadcasting Corporation ORF. She also lectures and writes on art and new media and organizes and curates symposia and exhibitions related to art practice in electronic media. Member of the advisory panels of the Austrian Ministry of Culture concerning visual arts and of the music jury of DAAD, Berlin. Chairperson of "Ars Acustica International", the European Broadcasting Union.

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Derrick de Kerckhove (CA)

Kognitive Architekturen sind Modelle einer Theorie über basale Mechanismen und Strukturen des menschlichen Denkens. Sie repräsentieren ein Instrumentarium, mit dem bestimmte kognitive Eigenschaften – etwa in der Kognitionswissenschaft und in der KI-Forschung oder Robotik - modelliert werden können. Derrik de Kerckhove beschrieb in seiner Zusammenfassung Medienkunst im übertragenen Sinn als "kognitive Architektur" zur gesellschaftlichen Einübung in eine zunehmend mediatisierte Welt.

Wir sehen uns damit konfrontiert, dass alles miteinander in Verbindung stehe beziehungsweise trete. In einem weltweiten technologischen Informationsenvironment käme der Kunst verstärkt die Rolle zu, diesen Zustand und Befund in eine Erfahrung zu übertragen, denn Medienkunst kennzeichne besonders eine Spezialität, nämlich die Vermittlung zwischen Technologie und Gesellschaft. In dieser Vermittlungsleistung ihrer "kognitiven Architekturen" sei vermutlich auch die Zukunft der Medienkunst angelegt.

Head of the Marshall McLuhan Program at the University of Toronto since 1983, member of the Club of Rome, scholar at the Library of Congress in Washington, DC, and author of numerous books including "The Skin of Culture", "Brainframes: Technology, Mind and Business" and "The Architecture of Intelligence". He is a frequent intercontinental traveler in his capacity as advisor
to governments, major corporations and cultural initiatives, and is himself a living example of the hybrid nature of media culture.

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Derrick de Kerckhove (CA)

Katja Kwastek (DE)

Lebensweltliche Hintergründe machte auch Katja Kwastek in ihrer Erörterung kunstgeschichtlicher Herausforderungen durch die Medienkunst geltend. Wo es um kollaborative Erfahrungen geht, sei im kunstgeschichtlichen Kanon durch Formen einer an Rezipienten orientierten Kunst (etwa Happening oder kinästhetische Environments) bereits eine Entsprechung auszumachen. Nämlich in der von Künstlern und Wissenschaftlern seit den 1960er Jahren formulierten neuen Auffassung von Ästhetik (ob sie nun unter Rezeptions-, Prozess- oder Reiz-Ästhetik firmiert, oder unter dem Begriff des "offenen Kunstwerks", wie Umberto Eco es genannt hat).
Andererseits sehe sich die Kunstgeschichte mit einer speziellen Eigenart der Medienkunst gegenüber: Ihrem Interesse an der technologisch vermittelten Ästhetik, das darauf beruht, "dass in der zeitgenössischen Kultur unsere Auffassung von Raum mehr und mehr durch elektronische Medien bestimmt wird".

Infolge der wachsenden Bedeutung und der Allgegenwart der neuen Medien rücke die Medienkunst jedoch nicht nur in ein Naheverhältnis zu den täglichen Belangen der zwischenmenschlichen Kommunikation und Raumvorstellungen, es würden sich auch die Grenzen zwischen traditionellen zeitgenössischen Künsten und Medienkunsten zu verwischen beginnen. Kwastek vermutet, dass sich Medienkunst in dem Maß als allgemeine Kunstform etablieren werde, in dem Medientechnologien Allgemeingut würden.

Ein großer Fehler wäre es jedoch, die kunstgeschichtliche Forschung auf die bloße Ästhetik der Medienkunst zu konzentrieren und ihre politischen Absichten, philosophischen Hintergründe und technologischen und wissenschaftlichen Herausforderungen zu ignorieren. "Aber nach der Zukunft der Medienkunst gefragt, denke ich, dass die Erforschung ihrer ästhetischen Bedingungen ein Schlüssefaktor wäre, der es (auch) erlaubt, die Rolle des Menschen innerhalb der technologischen Entwicklung zu erörtern." Medienkunst, so Kwastek, werde zunehmend reale Lebensituationen erforschen, weil digitale Medien zu realen Lebensbedingungen geworden sind.

Studied art history, archeology and history. In 2000 she finished her dissertation dealing with representations of space in early renaissance art. Since 2001 she is assistant professor at the art history department of the University of Munich, Germany. Her research focuses on digital media, especially on the changing of spatial conceptions due to the rise of communication technology. She has curated exhibition projects, lectured and published books and essays.

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Katja Kwastek (DE)

José-Carlos Mariátegui (PE)

- José-Carlos Mariátegui: Herausbildung neuer ("heißer" und "kalter") soziokultureller Zonen durch die Verfügbarkeit digitale Kulturtechniken;

Scientist and media theorist. Member of Alta Tecnología Andina, an organization for the development and research of artistic and scientific theories in Latin America. Founder of the VAE Festival in Lima. He has taught, researched and published extensively on the themes of art, science, technology and society. Curator of several international exhibitions. He is currently a postgraduate student of Information Systems at London School of Economics and Political Science.

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José-Carlos Mariátegui (PE)

Feng Mengbo (CN)

Kunst als Spiel (What is Art and Art for what?)
Feng Mengbos Arbeiten basieren auf Sequenzen von ComuterGames, Action-Kino, autobiografischen Details, politischen Ikonen, Motiven der (bürgerlicher) Staatskunst, fiktiven und dokumentarischen Elementen; in ihnen mischen sich Fotografie, Video und malerischerische Ambitionen mit interaktiven Strategien, chinesische Geschichte mit Entertainment. Seine Stücke werden vor allem vor dem Hintergrund des rasanten ökonomischen, politischen und indeologischen Wandels und der darin zu Tage tretenden Widersprüche in der Volksrepublik China rezipiert. Fengs in einem west-östlichen Motiv-Mix forcierter Eklektizismus scheint darin seine Entsprechung zu haben. Für ihn sind "Medien bloß Medien".
In programmatischer Unverbindlichkeit ließ er folglich die Frage nach dem Wohin der Medienkunst – einem Begriff, dem er skeptisch gegenüber steht - auch nur Frage sein. "Was ist Kunst, und: Kunst wofür?" Mit Verweis auf ein elektronisches Gadget, eine "digitale Zigarette", die Rauch und dessen Geruch auf ein Minimum reduziert, lieferte er gleichsam die ironische Begründung dafür, keine Antworten zu haben.

Artist and guest professor at the Central Academy of Fine Arts, Beijing. He graduated from the Design Department of Beijing School of Arts & Crafts and from the Printmaking Department of Central Academy of Fine Arts, Beijing. He holds lectures on gaming culture and exhibits worldwide.

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Feng Mengbo (CN)

Elaine W. Ng (KR)
Editor and publisher of Art AsiaPacific magazine. Previous projects include manager of Videotage (2000-2002), curator of "Gary Hill: selected works 1976-2003" (Museum of Contemporary Art, Taipei), jury member for UNESCO Digital Arts Award 2003 and Prix Ars Electronica (2004, 2005), contributing editor for Leonardo Electronic Almanac. She resides between Hong Kong and New York City.

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Elaine W. Ng (KR)

Geetha Narayanan (IN)

Geetha Narayanan interpretiert die indische Medienkunstszene und die Definition von Medienkunst in unmittelbarem Zusammenhang mit der Entwicklung der Gesellschaft, ihren spezifischen sozialen Widersprüchen, patriarchalischen oder religiösen Prägungen und kulturellen Traditionen des Landes. Vor allem betont Narayanan den emanzipatorischen Ansatz der Medienkunst - wie er ähnlich in den 1970er Jahren in Westeuropa durch feministische Künstlerinnen mit dem Medium Video praktiziert wurde, und vielfach ist Video in Indien auch das bevorzugte Medium. Die Medienkunst Indiens arbeite allerdings "auf dem Level der Straße", nicht dem der Galerie, und nutze vielfache eine "illegale Infrastruktur" von elektronischen Distributionskanälen.

Die Attraktivität des Neuen der Medien begründe sich insbesondere darin, dass sie von starren Regeln und Traditionen weitgehend unbelastet sind. Die KünstlerInnen bedienen sich ihrer beispielsweise, um auf Rechte aufmerksam zu machen – sei es das Recht auf den eigenen Körper oder das Recht darauf, sich als Frau unbehelligt auf der Straße zu bewegen.

Der Unterschied in der Herangehensweise – hier, in Indien, ein durch "neue Medien" bekundetes, gesellschaftspolitisch motiviertes Lebensinteresse und Engagement, da das an kulturellen Implikationen orientierte medienkünstlerische Interesse an Technologie – kommt auch in unterschiedlichen Rezeptionsmusten zum Ausdruck. So etwa wollten bei der Austellung der von Geetha Narayanan geleiteten Srishti School for Art, Design and Techology im Rahmen der Ars Electronica 2005 viele Besucher mehr Technologie sehen, nicht die Probleme in ihrem Kontext.

Founder and director of Srishti School of Art, Design and Technology, Bangalore, dedicated to establishing new models of educational institutions. Involved in a program that seeks to develop and train teachers for underserved communities.

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Geetha Narayanan (IN)

 

Marcus Neustetter (ZA/AT)

Marcus Neustetter, Mitglied von The Trinity Session (Stephen Hobbs, Kathryn Smith, Marcus Neustetter), schildert die Bedingungen, unter denen die Produktionsgruppe in Johannesburg im Spannungsfeld von Kunst, Technologie, Wirtschaft und Kunst im öffentlichen Raum agiert. Eine Situation, die geprägt ist von schierer Potenzialität und dem Mangel an im Westen weitestgehend verbindlichen Standards - die Menschenrechte ebenso betreffend wie Probleme das täglichen Überlebens, sauberes Wasser und Bildung, eine funktionierende Wirtschaft oder die Vorstellung davon, was Kunst sei. Es existiere auch kein einschlägiger Markt, kein Publikum. Das Land habe in der Post-Apartheid-Ära eben andere Sorgen. Und wenn von Technologie die Rede sei, dann überwiegend von Second Hand Computer, die sich die Menschen teilen, und Low Tech.

Es ist daher vorwiegend Aufbauarbeit, die hier im Hinblick auf eine technologische und wirtschaftliche Entwicklung sowohl im lokalen wie globalen Zusammenhang geleistet wird.

Einerseits gehe es darum, die Menschen zu befähigen, die potenzielle Struktur zu nützen, um so einen kreativen Output zu fördern, aber auch um die Mobilisierung lokalen Wissens, das längst von einer "CocaColonization" konkurrenziert werde. Andererseits ist die künstlerische Arbeit auch der Herausbildung eines Raumes für die Kunst und der Heranbildung eines Publikums gewidmet. In dieser besonderen Situation erlange vor allem das Knüpfen nationaler wie internationaler Kontakte durch die Einbindung in Netzwerke große Bedeutung.

Marcus Neustetter is a cultural producer, artist and director of The Trinity Session (an art production team investigating art-business, collaborative network practice and contextual response). His activities include: jury member on prizes such as the ISEA04, network node of Tester (e-tester.net) contemporary art platform, corresponding editor of Leonardo Electronic Almanac, coordinator of networking activities for UNESCO DigiArts AFRICA, consultant to local art-business-technology programmes, director of The Gallery Premises and _SANMAN (southern African new media art network).

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Marcus Neustetter (ZA/AT)


Christa Sommerer (AT) & Laurent Mignonneau (FR)

Christa Sommerer referierte in ihrem Vortrag anhand von Beispielen die Symbiose des wissenschaftlichen Denkens mit partizipativen Modellen der Kunst und postulierte dabei Forschung als eine Form von Kunst. Ein weiterer Aspekt war edukativen Aspekten, insbesondere der universitären Vermittlung von Medienkunst gewidmet.
Vor dem Hintergrund eines zunehmenen Einflusses medienkünstlerischer Konzepte auf alltäglichen Kommunikationssysteme und die populäre Kultur allgemein, einer zunehmenden Akademisierung der Medienkunst durch die Rolle der Künstler als Lehrer an Universitäten, der Hybridisierung der Disziplinen und der (im sozial- und naturwissenschaftlichen Zusammenhang) verstärkten Transdiziplinarität des Diskurses resümierte Sommerer zuletzt die Entwicklung in einer Öffnung des Kunstmarktes gegenüber der Medienkunst.

Künstler, die sich überwiegend traditioneller Medien bedienten, beginnen, ihre Konzepte anzupassen. Sommerer vermutet, dass der Kunstmarkt sich die Medienkunst in zunehmendem Maße so aneignen werde, wie es in den Bereichen der experimentellen Kunst, sei es Fotografie oder Video, schon früher der Fall war.

Die Herausforderung für Künstler sei es, sich über die Entwicklungen der Medienkunst zu informieren. (Das gelte auch umgekehrt für die Medienkünstler, um den Kunstmarkt zu verstehen und um eine für beide Seiten vorteilhafte Situation und ein Verstehen zu ermöglichen.) Medienkunst habe ihre Eigenart, eine eigene Sprache und Ästhetik in vielen Jahre entwickelt, sie sei reif genug geworden, um über den bloßen Kunstdiskurs hinaus neue Ideen einzufließen zu lassen und neue Herausforderungen zu empfangen.

Internationally renowned media artists working in the field of interactive computer installation. They currently hold positions of Professors for Interface Culture at the University of Art and Design Linz, Austria and have previously worked at the IAMAS International Academy of Media Arts and Sciences in Gifu, Japan and the ATR Advanced Telecommunications Research Laboratories in Kyoto, Japan.

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Christa Sommerer (AT) & Laurent Mignonneau (FR)

Gerfried Stocker (AT)
Since 1995 artistic director of the Ars Electronica Center and together with Christine Schöpf artistic co-director of the Ars Electronica Festival. Since 1990, he has been working as an independent artist and founded x-space in 1991, a team for the realization of interdisciplinary projects. Stocker was also responsible for the concept of various radio, TV and networks projects.

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Gerfried Stocker (AT)